5. März 2026
Warum ich eine Welt gebaut habe, die es nicht gibt
Neoterra ist eine Cyberpunk-Welt in meinem Kopf – und ein Versuch, dem inneren Lärm einen Namen zu geben. Der erste Eintrag über Worldbuilding, Neurodivergenz und einen Charakter namens Jake Phu.
NEOTERRA // Eintrag 001
Ich weiß nicht mehr genau, wann Neoterra angefangen hat. Ich weiß nur: Es war nicht mit einem Plan. Kein Notizbuch, kein Worldbuilding-Template, keine Story-Bible. Es war eher so ein Druck. Ein innerer Druck, der irgendwo raus musste.
Neoterra ist eine Cyberpunk-Welt. Eine Stadt, die nie schläft. Konzerne, die Menschen zu Werkzeugen machen. Überwachung als Infrastruktur. Und mittendrin: Jake Phu – Soldat, Waffe, Mensch. In dieser Reihenfolge, je nachdem wen du fragst.
Ich habe ihn erfunden. Und dann hat er mich erfunden. So läuft das manchmal.
Mein Kopf ist eine Stadt, die nie schläft
Ich hab ADHS. Und Autismus. Das bedeutet unter anderem: mein Gehirn hat keinen Ruhemodus. Es denkt immer. Parallel. Laut. Mehrere Tabs gleichzeitig, von denen ich nicht weiß, welcher der Haupttab ist.
Neoterra ist das visualisiert. Eine Metropole, die niemals zur Ruhe kommt. Neonlichter die brennen auch wenn niemand hinschaut. Systeme die laufen auch wenn niemand sie beobachtet. Lärm als Grundzustand.
Das ist nicht deprimierend gemeint. Das ist einfach wie es ist. Und irgendwann war es einfacher, dieser inneren Welt einen Namen zu geben als so zu tun als gäbe es sie nicht.
Jake Phu ist ich – nur mit weniger Chaos
Jake ist ein Soldat in einer Welt, die aus Menschen Werkzeuge macht. Er stellt sich jeden Tag die gleiche Frage: Bin ich noch Mensch – oder bin ich schon Waffe?
Ich kenne das Gefühl. Nicht als Soldat, aber als jemand der jahrelang in Strukturen gearbeitet hat die nicht für ihn gebaut waren. Die Leistung wollen aber nicht die Person. Die Funktion brauchen aber nicht den Menschen.
Jake kämpft dagegen an. Ich hab irgendwann aufgehört zu kämpfen und angefangen, etwas Eigenes zu bauen. K.I.T. Solutions. "Miteinander statt Führend." Das ist mein Jake-Phu-Moment.
Warum ich das jetzt rausschreibe
Neoterra war lange nur für mich. Ein innerer Ort. Ein Ventil. Ich hab Szenen geschrieben die niemand gelesen hat. Charaktere entwickelt die niemand kannte. Eine Welt gebaut die in meinem Kopf existierte.
Aber ich merke: Es wird größer. Die Themen – Corporatocracy, digitale Souveränität, was Menschlichkeit kostet – die sind nicht nur Sci-Fi. Die sind gerade. Die passieren.
Also fang ich an, es rauszulassen. Nicht als fertiges Produkt. Als Gedankenstrom. Als Welt im Aufbau. Genau wie ich.
"Neoterra existiert weil ich meinen eigenen Geist visualisieren musste. Und weil manche Dinge sich leichter sagen lassen, wenn man ihnen eine Welt baut."
Nächster Eintrag: Wer ist Jake Phu?
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