16. Januar 2026

Mein neues Setup: Vom Chaos zum produktiven Workspace

Die Geschichte meiner Workspace-Transformation: Von zusammengewürfelter Hardware zu einem durchdachten Homelab-System mit Dual-Monitor-Setup, headless Dev-Host und 23+ Docker-Services.

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Von improvisierten Lösungen zum durchdachten System

Kennst du das Gefühl, wenn dein Setup über die Jahre organisch gewachsen ist, aber irgendwann merkst du: Das kann so nicht weitergehen? Genau da stand ich Ende 2025.

Ein Windows-Notebook als Hauptrechner, ein alter Desktop-PC, der mal laufen durfte und mal nicht, Kabel-Chaos unter dem Schreibtisch, und Projekte verteilt auf verschiedenen Systemen. Jedes Mal, wenn ich an einem Projekt arbeiten wollte, musste ich erst überlegen: Wo läuft das nochmal? Welche IDE habe ich wo installiert? Ist der Service gerade up oder down?

Es war Zeit für einen Umbau.


Die Vision: Ein System, drei Rollen

Meine Anforderungen waren klar:

  1. Mobile Arbeitsstation für Kunden, Remote-Arbeit und Flexibilität
  2. Leistungsstarker Dev-Host für Docker-Container, Builds und Services
  3. Zentraler Storage für Backups, Medien und Smart-Home

Die Lösung? Ein Drei-System-Setup mit klaren Verantwortlichkeiten.


Meet the Team: cisco, barry & gideon

🖥️ cisco – Der headless Powerhouse

Hardware:

  • Intel Core i7-4790 (8 Threads, 4.0 GHz)
  • 16 GB DDR3 RAM
  • NVIDIA GTX 1050 Ti
  • Crucial MX500 SSD (500 GB) + Seagate HDD (2 TB)

Rolle: Headless Dev-Host & Homelab-Infrastruktur

Cisco ist das Herzstück meines Setups. Ein Arch Linux-System ohne Monitor, ohne Tastatur, ohne GUI – nur pure Performance. Zugriff erfolgt ausschließlich über SSH und VS Code Remote.

Hier laufen 23+ Docker-Container im Produktivbetrieb:

Core-Services:

  • Caddy – Reverse Proxy mit automatischem HTTPS (Cloudflare DNS Challenge)
  • Keycloak – Zentrales Identity Management (OAuth2/OIDC)
  • PostgreSQL – Shared Database für alle Services
  • Cloudflared – Sicherer Tunnel für externe Erreichbarkeit

Anwendungen:

  • Workmate OS – Mein eigenes HR/Backoffice-Tool (FastAPI + Vue 3)
  • N8N – Workflow-Automatisierung
  • Guacamole – Clientless Remote Desktop
  • Uptime Kuma – Service-Monitoring (hinter OAuth2-Proxy)
  • Mailpit – SMTP-Testing für Entwicklung

Development:

  • Code Server – VS Code im Browser (hinter OAuth2-Proxy)
  • Pgweb – PostgreSQL Web-UI
  • Phu Dashboard – Persönliches Monitoring-Dashboard
  • Phu API Hub – API-Aggregation für Twitch, Spotify, Musik

Media:

  • Navidrome – Music-Streaming-Server
  • Spotify Token Generator – OAuth-Token-Handling

Alle Services sind über ein zentrales core_network (172.19.0.0/16) miteinander verbunden und laufen stabil im 24/7-Betrieb.

Warum headless? Keine Ressourcen-Verschwendung für GUI. Alle Rechenpower geht in Container und Services. Remote-Entwicklung über VS Code Remote SSH ist flüssiger als jede lokale IDE.


💻 barry – Die mobile Kommandozentrale

Hardware:

  • Lenovo ThinkPad E14
  • Intel Core i5-10210U (8 Threads)
  • 16 GB DDR4 RAM
  • Crucial P3 Plus NVMe SSD (1 TB)
  • Windows 11 (geplante Migration zu Linux)

Rolle: Frontend-Client & Remote-Workstation

Barry ist mein Notebook – die I/O-Ebene des Setups. Alle Displays, Audio-Interfaces und Eingabegeräte laufen hier zusammen.

Das Dock-Setup:

  • USB-C Dockingstation als zentraler Hub
  • Dual-Monitor-Setup: 2x AOC Displays (HDMI/DisplayPort)
  • Audio Interface: Yamaha Steinberg UR22 mk II (Studio-Interface für Recording & Monitoring)
  • Tastatur, Maus, Kopfhörer – alles über das Dock

Workflow: Barry verbindet sich per SSH Remote Dev zu cisco. Ich entwickle im VS Code auf barry, aber alle Backend-Services, Docker-Container und Builds laufen auf cisco. Das gibt mir die Flexibilität, mit dem Notebook unterwegs zu arbeiten, während die schwere Last auf cisco bleibt.

Warum noch Windows? Aktuell läuft noch Win11, aber die Migration zu Linux ist geplant – entweder auf diesem ThinkPad oder mit neuem Notebook. Bis dahin funktioniert SSH + VS Code Remote einwandfrei.


🗄️ gideon – Der stille Organisator

Hardware:

  • AMD GX-222GC SOC
  • 16 GB RAM
  • Unraid 6.1.64

Rolle: NAS, Medienserver & Smart-Home-Hub

Gideon ist mein Unraid-Server – der zentrale Storage und Medien-Manager.

Services (Docker):

  • Jellyfin – Medienserver für Filme, Serien & Musik
  • Home Assistant – Smart-Home-Zentrale mit Matter-Server
  • Paperless-ngx – Dokumentenmanagement & Archivierung
  • Pi-hole – Netzwerk-weiter Ad-Blocker & DNS
  • Vaultwarden – Selbst-gehosteter Passwort-Manager
  • Wiki.js – Dokumentation & Wissensdatenbank
  • Cloudflared Tunnel – Sichere externe Verbindung
  • Fenrus – Dashboard für alle Homelab-Services

Status: Läuft seit 9 Tagen ohne Neustart – stabil, leise, effizient.

Gideon übernimmt alles, was mit Organisation, Storage und Unterhaltung zu tun hat. Backups von cisco und barry landen hier, Medien werden über Jellyfin gestreamt, und das gesamte Smart-Home läuft über Home Assistant.


Die Netzwerk-Architektur

Internet

    ├─── Cloudflare Tunnel (cisco + gideon)
    │         │
    │         └─── *.intern.phudevelopement.xyz

    └─── Lokales Netzwerk (192.168.178.0/24)

              ├─── cisco (192.168.178.100) - Dev-Host
              │      └─── Docker: core_network (172.19.0.0/16)
              │             ├─── Caddy Reverse Proxy (:80, :443)
              │             ├─── Keycloak (SSO/OAuth2)
              │             ├─── PostgreSQL (Shared DB)
              │             ├─── Workmate Backend + UI
              │             ├─── N8N, Guacamole, Code Server
              │             └─── Uptime Kuma, Navidrome, ...

              ├─── barry (192.168.178.xxx) - Workstation
              │      └─── SSH Remote Dev → cisco

              └─── gideon (192.168.178.99) - NAS
                     └─── Docker: Jellyfin, Home Assistant, etc.

Reverse Proxy: Alle Services laufen hinter Caddy mit automatischem HTTPS (Let's Encrypt via Cloudflare DNS Challenge). Interne Domains nutzen *.intern.phudevelopement.xyz.

Authentifizierung: Keycloak als zentraler Identity Provider (OAuth2/OIDC). Sensitive Services wie Uptime Kuma und Code Server sind zusätzlich hinter OAuth2-Proxy geschützt.


Der Projekt-Workflow

Eines der größten Verbesserungen: Projekt-Navigation.

Früher musste ich mich durch Verzeichnisse hangeln. Heute:

# Projekt öffnen
pj workmate    # → cd + automatisches Öffnen in tmux/vim
 
# Fuzzy-Search durch alle Projekte
proj           # → fzf-Interface für schnelle Auswahl
 
# Jump to Project (zoxide)
j workmate     # → Intelligenter cd-Sprung

Projekt-Setup: Neue Projekte werden mit scripts/project-setup.sh scaffolded:

  • FastAPI (Backend)
  • React/Vite (Frontend)
  • Vue/Vite (Alternative)

Alle Projekte werden automatisch in ~/.config/projects registriert und sind sofort über pj / proj erreichbar.


Was hat sich verändert?

Vorher (Chaos):

  • Projekte auf verschiedenen Systemen verstreut
  • Services laufen mal hier, mal da
  • Keine zentrale Authentifizierung
  • Kein Monitoring
  • Manuelle SSL-Zertifikate
  • Kabel-Salat unter dem Schreibtisch

Nachher (System):

  • Klare Rollen: barry (Frontend), cisco (Backend), gideon (Storage)
  • Zentrale Services: Alles läuft auf cisco, erreichbar über Reverse Proxy
  • SSO: Ein Login für alle Services (Keycloak)
  • Monitoring: Uptime Kuma überwacht alle Services
  • Automatisches HTTPS: Caddy + Cloudflare DNS Challenge
  • Sauberes Setup: USB-C Dock als zentraler Hub, Dual-Monitor, Audio-Interface

Die nächsten Schritte

Die Umbau-Phase ist noch nicht abgeschlossen. Geplant sind:

Infrastruktur:

  • VLANs einrichten (Main / IoT / Gäste)
  • OPNsense/pfSense Router für besseres Netzwerk-Management
  • Interne/externe DNS sauber trennen
  • Backup-Automatisierung via Syncthing & Borg

Entwicklung:

  • barry auf Linux migrieren (Fedora/Arch)
  • Dotfiles-Repo vervollständigen
  • Ansible Playbooks für Workstation & Homelab
  • Projekt-Templates erweitern (Next.js, SvelteKit)

Business:

  • Pitch Deck für K.I.T. Solutions finalisieren
  • Instagram Content-Plan umsetzen
  • Workmate OS öffentlich dokumentieren

Geplante Hardware-Upgrades

gideon 2.0 – Der Medien-Powerhouse (Budget: ~400€)

Aktuell läuft gideon auf einem Fujitsu FUTRO S920 Thin Client – kompakt, aber limitiert:

  • AMD GX-222GC (2C/2T @ 2.2GHz) – zu schwach für Transcoding
  • Nur 1x intern verbaute HDD
  • Keine Hardware-Video-Beschleunigung
  • Medien liegen aktuell noch auf alter Synology DS218j (2018, langsam, 2x 3TB)

Das Problem: Blu-ray-Streaming über Jellyfin = Software-Transcoding = CPU-Last = ruckelt bei mehreren Streams. Außerdem ist der Storage limitiert und über Netzwerk-Shares eingebunden (SMB-Latenz).

Die Lösung: Kompletter Hardware-Rebuild

Neue Hardware:

  • Intel N100 Mainboard (4C/4T, bis 3.4 GHz, TDP 6W)

    • Intel Quick Sync Video – Hardware-Transcoding für H.264/H.265/VP9
    • 6x SATA Ports onboard
    • 4x 2.5G LAN (i226-V)
    • 2x M.2 NVMe Slots
    • Passmark Score: ~5000 (3x schneller als aktuell)
  • 16GB DDR5 RAM (4800MHz SO-DIMM)

  • JONSBO N4 Gehäuse (6-Bay NAS Case)

    • 6x 3.5" HDD Bays (4x Hot-Swap!)
    • 2x 2.5" SSD Mounts
    • Kompaktes Mini-ITX Design
    • Walnussholz + Stahl-Optik
  • SFX 300W Netzteil (80+ Bronze)

  • USB 3.0 Blu-ray Burner (für MakeMKV Ripping)

Storage-Strategie:

Parity Disk:  3TB HDD (Datenschutz)
Disk 1:       3TB HDD (nutzbar)
Cache Pool:   240GB + 119GB SSD
→ Erweiterbar auf 6+ HDDs

Was das bringt:

Performance:

  • 2-3x gleichzeitige 1080p Streams (Hardware-Transcoding)
  • 1x 4K Stream mit Transcoding
  • CPU-Last < 30% (statt 100%)

Kapazität:

  • Alle Medien lokal (keine Netzwerk-Latenz mehr)
  • Hot-Swap HDDs (Platten tauschen ohne Shutdown)
  • Skalierbar auf 6+ HDDs (bis ~24TB mit Parity)

Workflow:

  1. Blu-ray/DVD einlegen
  2. MakeMKV öffnen (http://192.168.178.99:5800)
  3. Automatisches Rippen nach /mnt/user/media/movies/
  4. Jellyfin scannt automatisch + lädt Metadaten (TheMovieDB)
  5. Streaming auf allen Geräten (Phone, TV, Laptop)

Dauer pro Disc:

  • DVD: 10-20 Min
  • Blu-ray: 20-40 Min
  • 4K Blu-ray: 40-90 Min

Timeline:

  • Phase 1 (KW 2-3/2026): Hardware bestellen (AliExpress, Lieferzeit 2-4 Wochen)
  • Phase 2 (KW 4-6): Backup + Planung während Lieferung
  • Phase 3 (1-2 Tage): Hardware-Aufbau (JONSBO N4 Assembly)
  • Phase 4: Software-Setup (Unraid Array + Intel QuickSync aktivieren)
  • Phase 5: Daten-Migration (rsync von cisco + Synology)
  • Phase 6: Docker-Container anpassen (Pfade auf lokalen Storage)
  • Phase 7: Blu-ray-Sammlung rippen
  • Phase 8: Testing & Optimierung

Geschätzte Fertigstellung: KW 8-10 / 2026


cisco – Kleine Verbesserungen

Geplant:

  • RAM-Upgrade: 16GB → 32GB (für mehr Container)
  • Zusätzliche SSD für schnelleren Docker-Cache
  • Besseres Kabelmanagement nach Gehäuse-Reinigung
  • UPS (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) für sauberes Shutdown
  • Lüfter-Optimierung (PWM-Steuerung für leiseren Betrieb)

Monitoring:

  • Grafana + Prometheus für System-Metriken
  • HDD Health Monitoring (SMART)
  • Strom-Verbrauchsmessung (Idle vs. Last)

barry – Linux Migration

Option 1: ThinkPad behalten

  • Win11 → Fedora/Arch Linux
  • Dual-Boot (falls Windows noch gebraucht wird)
  • KDE Plasma oder GNOME
  • Gleiche Dock-Kompatibilität

Option 2: Neues Notebook

  • ThinkPad P/T-Serie (bessere Linux-Kompatibilität)
  • Framework Laptop (reparierbar, modular)
  • System76 (vorinstalliertes Linux)

Ziel: Vollständig auf Linux für maximale Konsistenz mit cisco


Netzwerk – Das große Upgrade

Aktuell:

  • Standard Router vom Provider
  • Alle Geräte im gleichen Netzwerk
  • Keine VLANs
  • DNS über Pi-hole (auf gideon)

Geplant:

1. VLANs einrichten:

VLAN 10: Main Network (cisco, barry, gideon)
VLAN 20: IoT (Smart Home, Kameras, etc.)
VLAN 30: Gäste (isoliert)

2. OPNsense/pfSense Router:

  • Bessere Firewall-Kontrolle
  • VPN-Server (WireGuard/OpenVPN)
  • Traffic-Monitoring
  • IDS/IPS (Intrusion Detection)

3. DNS-Trennung:

  • Intern: *.intern.phudevelopment.xyz → Pi-hole
  • Extern: *.phudevelopment.xyz → Cloudflare
  • DoH (DNS-over-HTTPS) für Privacy

4. LAN-Upgrade (mittelfristig):

  • 2.5G Switch für cisco ↔ gideon
  • Oder: 10G über gideons 4x 2.5G Bonding
  • CAT6a Verkabelung

Storage & Backup-Strategie

3-2-1 Backup-Regel:

  • 3 Kopien der Daten
  • 2 verschiedene Medien (HDD + Cloud)
  • 1 Kopie offsite

Geplant:

  1. Local Backup: cisco → gideon (täglich, Syncthing/rsync)
  2. Cloud Backup: Kritische Daten → Cloudflare R2 / Hetzner Storage Box
  3. Offsite Backup: Externe HDD bei Eltern/Freunden

Tools:

  • Borg Backup (verschlüsselt, dedupliziert)
  • Restic (Alternative, Cloud-native)
  • Syncthing (kontinuierlich)
  • Rclone (Cloud-Sync)

Lessons Learned

1. Headless ist der Weg Kein Monitor, keine GUI, keine Ablenkung. SSH + VS Code Remote ist produktiver als ich dachte.

2. Docker ist King Alle Services containerisiert = leicht reproduzierbar, leicht skalierbar, leicht wartbar.

3. Zentrale Auth ist Gold wert Keycloak als SSO-Provider + OAuth2-Proxy = einmal einloggen, überall Zugriff.

4. Monitoring ist Pflicht Uptime Kuma zeigt mir sofort, wenn ein Service down ist. Früher habe ich das oft erst Stunden später gemerkt.

5. Dokumentation zahlt sich aus Ich habe eine 1500+ Zeilen umfassende Infrastruktur-Dokumentation geschrieben. Wenn in 6 Monaten etwas schief geht, weiß ich genau, wie alles aufgebaut ist.


Fazit

Vom improvisierten Setup zum durchdachten Homelab-System – es war eine Reise, aber jede Minute hat sich gelohnt.

Heute habe ich:

  • Ein Setup, das skaliert
  • Services, die laufen (99,9% Uptime)
  • Einen Workflow, der funktioniert (pj → tmux → nvim → done)
  • Infrastruktur, auf die ich stolz bin

Und das Beste: Ich kann jetzt fokussiert arbeiten, statt ständig gegen mein Setup zu kämpfen.

Wenn du auch überlegst, dein Setup zu überarbeiten: Tu es. Es lohnt sich.


Tech-Stack:

  • Arch Linux (cisco) + Windows 11/Linux (barry) + Unraid (gideon)
  • Docker + Docker Compose
  • Caddy + Cloudflare
  • Keycloak + OAuth2-Proxy
  • PostgreSQL, N8N, Guacamole
  • VS Code Remote SSH
  • Syncthing, Tailscale

Domains:

  • phudevelopment.xyz
  • phuonline.de
  • einfachnurphu.io

💬 Fragen? Feedback? Schreib mir! Ich teile gerne mehr Details über einzelne Komponenten.

„Stay nerdy, stay curious.“ — Joshua Phu Bein

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