1. Februar 2026

Warum habe ich Linux gewählt

Meine Reise von Windows zu Linux – warum ich mich für Freiheit, native Workflows und vollständige Kontrolle entschieden habe. Wie meine Neurodivergenz und der Drang, Dingen auf den Grund zu gehen, perfekt zu Open Source passen.

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Der schleichende Wandel

Linux hat mich schon immer fasziniert – diese Welt der unbegrenzten Möglichkeiten, die Kontrolle über jedes Detail. Doch der endgültige Wendepunkt kam mit dem nahenden Ende des Windows 10 Supports und den zahlreichen Datenschutz-Kontroversen. Die ständige Datenobservierung, Telemetrie die sich nicht wirklich abschalten lässt, Updates die mir vorschreiben wann mein System neu startet – irgendwann reichte es einfach. Windows und ich, wir haben uns endgültig den Rücken gekehrt.

Freiheit bedeutet Gestaltungsfreiheit

Unter Linux gehört das System mir. Ich kann alles nach meinen Vorlieben konfigurieren. Ob Desktop-Environment, Window-Manager oder Shell-Prompts – ich kann so viele Designs basteln wie ich möchte. Scripten, automatisieren, optimieren – einfach alles ist möglich. Keine künstlichen Beschränkungen, keine "Das können wir aus Sicherheitsgründen nicht erlauben"-Meldungen.

Neurodivergenz trifft Open Source

Als jemand mit ADHS und Autismus ist der Drang, Dingen auf den Grund zu gehen, Teil meiner Natur. Dieses tiefe Eintauchen in Systeme, das stundenlange Basteln und Rumspielen bis alles genau so funktioniert wie ich es will – das ist nicht nur ein Hobby, das ist wie mein Gehirn arbeitet.

Linux gibt mir genau diesen Spielplatz. Ich kann jeder Konfigurationsdatei nachgehen, jeden Prozess verstehen, jedes Detail anpassen. Wo Windows mir Türen verschließt und sagt "Das musst du nicht wissen", lädt Linux mich ein: "Komm, schau dir an wie es funktioniert. Verändere es. Mach es zu deinem."

Nativ ist einfach besser

Mit meinem Homelab und all meinen Projekten native zu arbeiten macht einen riesigen Unterschied. Kein WSL mehr als Zwischenschicht, keine Kompatibilitätsprobleme, keine Performanceeinbußen. Docker läuft direkt auf dem Kernel, SSH-Verbindungen zu meinen Servern fühlen sich natürlich an, und die gesamte Entwicklungsumgebung ist genau da wo sie hingehört – im gleichen Ökosystem wie meine Produktionsserver.

Automatisierung ohne Grenzen

Eines der besten Features: Ich kann alles automatisieren. Ein bash-script hier, ein systemd-Service da – die Möglichkeiten sind endlos. Was unter Windows komplizierte Workarounds oder Drittanbieter-Tools erforderte, ist unter Linux oft nur ein kurzes Script entfernt.

Community & KI als Wegbegleiter

Die Linux-Community ist riesig und hilfsbereit – fast alles was man braucht, findet man irgendwo. Allerdings ist es auch krass unübersichtlich. Bei der Fülle an Distributionen, Desktop-Environments und Konfigurationsmöglichkeiten kann man sich schnell verlieren. Hier kommt moderne KI ins Spiel: Tools wie Claude Code sind mein Favorit geworden, um schnell durch den Dschungel zu navigieren und Lösungen zu finden.

Meine Wahl: Fedora mit KDE Plasma

Nach einigem Ausprobieren habe ich mich für Fedora mit KDE Plasma entschieden. Die Kombination ist einfach schön – modern, poliert und unglaublich flexibel. Was mich besonders überzeugt hat: KDE lässt sich perfekt keyboard-driven bedienen. Ich kann zwischen tiled und floating Window-Konzepten wechseln, je nachdem was gerade passt. Das macht den Workflow extrem effizient.

Davor habe ich Arch Linux genutzt, hauptsächlich wegen des AUR (Arch User Repository). Dort findet man wirklich alles was man braucht – eine unschlagbare Paketvielfalt. Arch hat mir viel beigebracht, aber letztendlich wollte ich etwas, das etwas weniger Wartung braucht und trotzdem aktuell bleibt.

Macht euren eigenen Weg

Aber das ist mein Weg – und das ist das Schöne an Linux: Jeder hat seine Präferenzen. Ob Ubuntu für den einfachen Einstieg, Arch für maximale Kontrolle, PopOS für Gamer, oder Debian für Stabilität – es gibt keine "falsche" Wahl.

Probiert aus, experimentiert, findet heraus was für euch funktioniert. Die Freiheit liegt nicht nur in der Konfiguration des Systems, sondern auch in der Wahl des Systems selbst.

Fazit: Der Anfang einer neuen Ära

Der Umstieg auf Linux war für mich kein radikaler Schnitt, sondern eine natürliche Entwicklung. Was als Faszination begann, ist heute meine tägliche Arbeitsumgebung – und ich möchte nichts anderes mehr.

Linux hat mir nicht nur die technische Freiheit gegeben, sondern auch eine neue Perspektive auf Software und Technologie. Ich bin nicht mehr nur Nutzer, sondern aktiver Gestalter meines Systems. Jedes Script, jede Konfiguration, jede Anpassung macht das System mehr zu meinem System.

Dieser Hyperfokus, der bei neurotypischen Menschen manchmal als "zu viel" gilt, ist hier eine Stärke. Die Linux-Community schätzt genau diese Eigenschaft – Menschen die tief graben, die verstehen wollen, die optimieren und perfektionieren. Hier gehöre ich hin.

Wenn du noch auf dem Zaun sitzt: Probier es aus. Nimm dir eine Live-USB, teste verschiedene Distributionen, spiel herum. Die Linux-Community ist da draußen und hilft gerne – und wenn du mal nicht weiterkommst, gibt's ja noch KI-Tools wie Claude Code.

Welcome to freedom. Welcome to Linux.

„Stay nerdy, stay curious.“ — Joshua Phu Bein

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